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Die Partnerübungen im Taekwondo bilden das Bindeglied zwischen den Formen und dem Freikampf.
Das Grundgerüst besteht aus einem sehr genau festgelegten Ablauf. Deshalb bezeichnet man diese Übungsform auch als einen „abgesprochenen Kampf“. Es finden keine Wirkungstreffer statt, daher erhält der Taekwondoin damit die Möglichkeit, seine Techniken ohne Risiko „am Mann“ zu trainieren und die Abwehr bzw. Konteraktionen den Erfordernissen der jeweiligen Angriffsituation anzupassen.
Die Techniken werden immer dergestalt ausgeführt, dass man jederzeit treffen könnte, wenn dies erforderlich wäre. Hierzu müssen die kraftvollen Techniken bis auf wenige Zentimeter an den Partner herangebracht werden. Aus diesem Grund ist auch zur Verletzungsvermeidung höchste Aufmerksamkeit und Konzentration bei beiden Partnern erforderlich.
Lernziele:
- Anwendung und Sinngebung der Grundtechniken
- Reaktion
- Präzision der Techniken
- Abstandskontrolle
- Kennenlernen der verschiedenen Reichweiten der eigenen Techniken
- Sinnvolles Ausweichen und Kontern
- Sinnvolle Anwendung von Technikkombinationen
- Entwicklung der Kreativität
Ablauf:
Beide Partner stehen sich in Ausgangsstellung gegenüber: Der Abstand beträgt bei Anfänger ca. zwei Armlängen und bei Fortgeschrittenen ab Blaugürtel (4. Kup) maximal eine Armlänge.
| Abstand Anfänger: |
Abstand Fortgeschrittene: |
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Für die Aufnahmen haben mich Christina (links, 5 Jahre Taekwondo) und Biljana (rechts, 6 Jahre Taekwondo) unterstützt
Der Angreifer (i.d.R. der Niedriggraduiertere bzw. der Jüngere) geht mit einem deutlichem Kampfschrei (kihap) zurück in die Angriffsposition. Bei Faustangriff ist dies eine lange Vorwärtsstellung mit Block unten (ap-gubi + arae-makki) und bei Fußangriff in die Rückwärtsstellung mit Doppelblock mitte (dwit-gubi + goduro-momtong-makki).
| Ausgangsposition Faustangriff: |
Ausgangsposition Fußangriff: |
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Ist der Verteidiger bereit zur Abwehr, so gibt dieser einen deutlichen Kampfschrei von sich, worauf durch den Partner der Angriff Richtung Kinn erfolgt.
| Faustangriff: |
Fußangriff: |
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Dann erfolgt die eigentliche Aktion der Abwehr und / oder des Konters. Bei der letzten Konteraktion wird durch den Verteidiger ein deutlicher Kampfschrei gemacht damit klar ist, dass keine weiteren Aktionen mehr folgen.
Beispiele für Kontertechniken:
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| Block und Fauststoß zum Kinn |
Handkantenschlag zum Hals |
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| Vorwärtstritt (ap-chagi) |
Seitwärtstritt (yop-chagi) |
Anschließend bewegt sich der Verteidiger (falls erforderlich) aus dem Wirkungskreis des Angreifers heraus und geht in eine stabile Stellung mit Kampfhaltung der Arme.
| Endposition: |
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Erst danach gibt der Verteidiger den Impuls, damit beide Partner gleichzeitig in die Ausgangsposition zurück kehren.
Die gezeigten Abwehr- und Kontertechniken müssen der jeweiligen Graduierung angemessen sein.
Der Schlüssel zum Gelingen der Techniken besteht in der Auswahl der richtigen Stellung in Verbindung mit der sinnvollen Positionierung zum Angreifer hin. Hier müssen die unterschiedlichen Reichweiten von Arm- und Fußtechniken mit berücksichtigt werden.
Varianten:
- Der Einschrittkampf (Ilbo-Taeryon)
- Der Zweischrittkampf (Ibo-Taeryon)
- Der Dreischrittkampf (Sambo-Taeryon)
Dabei sind folgende Angriffe möglich:
- Fauststoß zum Kinn
- Gerade Fußtechnik nach vorne (z.B. ap-chagi, yop-chagi, naeryo-chagi)
- Runde Fußtechnik nach vorne (z.B. dollyo-chagi, pandae-dollyo-chagi)
Die Angriffe können rechts- als auch linksseitig ausgeführt werden, außerdem sind bei Ibo- und Sambo-Taeryon Kombinationen aus Faust- und Fußangriff möglich. Bei Zwei- und Dreischrittkampf erfolgen die Angriffe in zügiger Folge.
Eine Besonderheit stellen die formenerklärenden und die wettkampfbezogenen Partnerübungen dar.
Bei den formenerklärenden Übungen sollen sinnvolle Kombinationen aus den Formen in Anwendung zu den jeweiligen Angriffen gezeigt werden. Die Reihenfolge der Techniken darf dabei nicht verändert werden und nach Möglichkeit sollen auch die Schrittkombinationen eingehalten werden.
Die wettkampfbezogene Variante hingegen wird mit Schutzausrüstung praktiziert und ist bereits eine sehr wettkampfnahe Übung mit abgesprochenen Angriffs- und Konteraktionen. Hierbei wird selbstverständlich mit Kontakt gearbeitet.
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